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Kräuteranbau Lehrgang

Das LFI, das ist das Ländliche Fortbildungsinstitut, macht wirklich ganz ausgezeichnete Forbildungsveranstaltungen. Nachdem die letzten beiden Jahre leider wegen Corona ausgefallen ist, habe ich mich endlich zum diesjährigen Lehrgang professioneller Kräuteranbau anmelden können und meine erste Seminarreihe im live Modus, in vollen Zügen genossen. Aber es war nicht nur die Tatsache, dass es wieder einmal alles live war, es waren auch der Vortragende und die Teilnehmer, mit denen dieses "erste Mal" nach einer langen Zeit einer Seminarteilnahme richtig Spaß machte. 

Lehrgang Kräuteranbau

Das erste, das auffiel war, dass alle, die an dem Kräuterkurs teilnahmen Quereinsteiger waren, also alles so Leute wie ich. Da ging es vom Mediziner, zum Techniker bis zur Friseurin und Pflegerin, die allesamt beschlossen hatten, ihr derzeitiges Leben entweder zu ändern es um eine neue bunte Facette zu bereichern. Was gibt es dafür schöneres als Kräuter, ihre Aufzucht und die Wirkungen. Für mich gibt es da nichts Besseres und ich schwelgte vom ersten Tag meines Kurses im 7. Himmel. Top Vortragende, herrlicher Austausch mit den Teilnehmern, viel gelacht, viel gelernt und viele Inspirationen für unseren Kräuterbauer mitgenommen. Mehr kann man einfach nicht verlangen. 

Der erste Block widmete sich dem Kräuteranbau allgemein. Als Wolfgang Zemanek, der "Kräuterpapst" Österreichs und erfolgreicher Kräuterbauer, ansetzte uns zu erklären, wie man richtig jätet, dachte ich zuerst, das sei ein Scherz. Richtiges Jäten soll man lernen müssen? Wer nicht richtig jäten, dachte ich mir. Einfach runter auf den Boden und zupfen was das Zeugs hält. Weit gefehlt, kann man da nur sagen. Schon nach nur 2 Minuten erkannte ich, dass wir uns im ersten Jahre unseres Kräuterbauerndaseins viel zu viel Arbeit angetan haben. Genau so wie ich es oben beschrieben habe, muss es nämlich nicht sein. Nix runter, nur die Pendelhacke in die Hand, aufs Wetter, sprich auf strahlenden Sonnenschein ohne nächsten Regen in Sicht achten, und los geht es schon.  Ungebückt, rasch und zügig werden da die Beikräuter schlicht und ergreifend geköpft um dem Boden und Umstand zu überlassen, dass, wenn es nicht bald regnet, die Pflanze ganz von selbst ihr Leben aushaucht. Und das beste daran ist, dass genau die, die meinen Kräutern Nährstoffe genommen hätte, nun als perfekter Dünger dienen.

Und die Lehre aus dieser Geschichte ist: Quereinsteiger, nur weil du sonst viele andere Dinge vielleicht gut kannst, bist du deswegen nicht schlauer als alle anderen.

Und so ging es weiter, viel neues Wissen und altes Wissen so angepasst, dass es einfacher von der Hand geht. Was man nämlich dazu wissen sollte: Wolfgang Zemanek hat einige Hektar zu bewirtschaften und ist mehr oder weniger auf sich selbst gestellt. Klar helfen immer wieder Freundin und Nachbar, aber im Großen und Ganzen ist er eine One-Man-Show mit reichem Ertrag. Da hat man dann einfach keine Zeit sich für jeden Grashalm zu bücken, da müssen die Dinge anders gedacht und angegangen werden. Insgesamt waren wir zwei Tage bei Herrn Zemanek und durften alle Geheimnisse des vielbeachteten Kräuterexperten erfahren. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an unseren Lehrmeister, der keiner Frage auswich, alles gut und ausführlich beantwortete und kein Geheimnis für sich behalten hat. 

Apotheker Fink, Mag. Bernd Fink aus St. Margarethen an der Raab, war der zweite, der mich mit seinem Wissen begeistert hat. Er neigt zwar dazu, ein wenig zu weit über sich und seinen Werdegang auszuholen, die Learnings aus dem Kurs haben das aber mehr als wettgemacht. Wir lernten in kürzester Zeit, wie Kräuter zu gut verkaufbaren Produkten gemacht werden. Vom klassischen Kräutertee, bis hin zum Duftkissen, von der einfachen Salbe, bin hin zur wunderbar duftenden Naturseife. Wären die auch noch nur mit Ölen und nicht hauptsächlich aus Rindertalg hergestellt, wäre ich noch glücklicher gewesen, aber da ich Seifen schon seit vielen Jahren selber mache, weiss ich, wie ich mir meine veganen Seifen herstelle. Und ich habe auch da viel gelernt. Apotheker Fink ist beim Seifensieden viel pragmatischer mit dem Ätznatron, nicht, dass ihr glaubt, er ist nicht vorsichtig, ganz im Gegenteil. Vorsicht ist oberstes Gebot! Nein, er tut sich nicht so viel an, wenn es um die Temperatur der gemischten Natronlösung geht. Wir waren während der Kühlzeit Mittagessen und trotzdem ist die Seife großartig geworden. Wenn ich daran denke, was ich mir bis dahin angetan habe, damit die Flüssigkeiten genau diese 42 Grad haben. Leute, das ist nicht so wichtig, habe ich gelernt und auch gleich erfolgreich umgesetzt.

Viele weitere spannende Kurse folgten, über die Biozertifizierung und den rechtlichen Grundlagen der Direktvermarktung, Hygiene und Marketing. Alles war dabei. 

Fazit: Wenn ihr Interesse an Kräuteranbau habt und auf der Suche nach einer guten Weiterbildung seid, dann meldet euch beim nächsten Lehrgang Professioneller Kräuteranbau an.

 

 

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